Prora: Paradiesruinen am Meer

Der Koloss von Prora, NS-Vision eines Massenferienparadieses von 1936–1939, stand 2010 als Mahnmal des Verfalls – rohe Betonblöcke überwuchert von Kiefern, Unkraut und Dornenhecken. Nach Sowjet- und NVA-Nutzung lag das Sperrgebiet brach, Tore offen für Urbex, Fenster blind, Wege von Gras erobert. Letzte Spuren militärischer Präsenz mischen sich mit Meeresblick, ein Symbol gescheiterter Utopien kurz vor der Sanierung zu Luxuswohnungen.

Der ewige Strom

Seit ihrer Eröffnung 1900 zur Weltausstellung pulsiert die Pariser Métro als Ader der Stadt – 16 Linien, 300 Stationen, Millionen Pendler täglich in einem Labyrinth aus Kurven und Fliesen. Langzeitbelichtung verwandelt rasende Züge in geisterhafte Streifen, Türen und Fenster verschwimmen zu abstrakten Formen, während Fahrgäste als Schemen vorbeiziehen. Weiße Kacheln und Neonlichter spiegeln das klassische Art-Nouveau-Erbe wider, doch die Bewegung dominiert – ein endloser Strom anonymer Seelen in der Tiefe.

Symbol des Baudeasters

Der BER, als geplanter Hub für bis zu 45 Millionen Passagiere jährlich, markierte das größte Infrastrukturdesaster Deutschlands mit 14 Jahren Bauzeit von 2006 bis 2020. Kosten explodierten von ursprünglich 2,8 Milliarden auf über 7,3 Milliarden Euro durch endlose Verzögerungen, verursacht von massiven Brandschutzfehlern (z. B. unzureichende Entrauchungsanlagen), IT-Pannen wie falsch nummerierte Türen und Rolltreppen sowie Korruptionsskandalen inklusive Bestechungsvorwürfen gegen Manager. Die leeren Hallen, endlosen Parkplätze und spontan wachsendes Unkraut auf den Fotos verkörpern diese toxische Mischung aus himmelhoher Erwartung, bürokratischem Wahnsinn und kollektivem Versagen – ein Mahnmal für politische Fehlplanung.

Ikone der Pop-Art-Architektur

Der markante 47-Meter-Turm mit seinen pilzförmigen Elementen, erbaut 1972–1976 von Ralf Schüler und Ursulina Schüler-Witte, verkörpert Pop-Art und Brutalismus in der Schloßstraße. Unter Denkmalschutz seit 2017, steht er als Symbol für visionäre West-Berliner Baukunst.

Nachtleben unter der Stadt: Verlassene U-Bahnhöfe im Herzen Berlins

In den Tiefen der Berliner U-Bahn, unter dem historischen Boulevard Unter den Linden und der Museumsinsel, wirkt die Nacht wie eine ewige Dämmerung. Die grobkörnigen Schwarz-Weiß-Aufnahmen mit Ilford HP5 und Leica-M betonen kühle Betonwände, einsame Bänke und flackernde Lichter, die Schatten auf Säulen werfen – ein Kontrast zur pulsierenden Oberfläche. Bewegte Züge rasen vorbei, schemenhafte Gestalten huschen durch den Untergrund, vermitteln Isolation inmitten der Metropole. Diese neuen Stationen der U5-Linie, seit 2020/2021 im Betrieb, symbolisieren moderne Architektur mit Sternenhimmel-Elementen, doch hier erscheint alles zeitlos leer und melancholisch.

Berliner Analogie: Street Art trifft Minimalismus

Eine Serie über vergängliche Interventionen in der Stadt, fotografiert im analogen Stil für haptischen Charme und Nostalgie.

Die Magie des Nebels

Frühe Morgen zeigen Usedomer Inselmitte in ihrer reinsten Form: Dichte Nebelwolken umhüllen Landstraßen und Bäume, wie in einer zeitlosen Postkarte. Strommasten und Freileitungen ragen wie Wächter aus dem Dunst heraus, Symbol für die Verbindung von Natur und moderner Infrastruktur in dieser flachen, wasserreichen Landschaft zwischen Achterwasser und Peenestrom.